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Blogtour True Crime ~ Themenbeitrag Gefängnis Long Kesh / Hungerstreik

Heute darf ich euch zum letzten Themenbeitrag der Blogtour begrüßen. Morgen folgt noch die Gewinnerbekanntgabe auf allen teilnehmenden Blogs. Am 06.11. fing die Tour mit einer Buchvorstellung auf Jaquelines Blog an. Dann machte die Tour bei Mel halt, die euch etwas zum Bloody Sunday erzählt hat. Am 08.02. gab es bei Gesakram ein Interview mit Sam Millar. Simonesleseinsel verfasste einen Beitrag zum Überfall. Und heute geht es um das Gefängnis Long Kesh und die Hungerstreiks.

 

 

Das Gefängnis Long Kesh

Das Maze Prison (offizieller Name: Her Majesty’s Prison Maze), auch bekannt als Long Kesh oder H-Blocks, war von 1971 bis 2000 ein Hochsicherheitsgefängnis nahe Lisburn in Nordirland. Die Verhafteten wurden anfangs in Baracken auf dem stillgelegten Fliegerhorst Long Kesh bei Lisburn festgehalten. Am 15. Oktober 1974 wurden diese jedoch von 800 Insassen in Brand gesteckt und vollständig zerstört. Die Gefangenen versammelten sich auf einem Sportgeländer der Armeebasis, welches von Soldaten mit TRänengas gestürmt wurde. Später baute man aus dieser Anlage die sogenannten H-Blocks (die den Namen von ihrer Form hatten). Die H-Blocks waren hochsichere Gefängnisbauten. Das Maze Prison wurde nach der nahegelegenen Ortschaft Maze benannt. Die Haftbedingungen waren grausam. Eine durchgeweichte Matratze, keine Toilette und immer die Angst, dass einer der Wärter oder mehrere sich neue Grausamkeiten ausgedacht haben. Dies sind nur ein paar Punkte, die das Überleben in diesem Gefängnis zum täglichen Kampf machten. am 29. September 2000 wurde es geschlossen.

wachturm des MazeWachturm des Maze Prison (Fotoquelle Wikipedia)

Hungerstreiks

Das Ziel dieser Proteste war die Wiederherstellung des Sonderstatus entsprechend der im Januar 1980 aufgestellten fünf Forderungen, den sogenannten “Five Demands”:

  • das Recht, keine Gefängnisuniformen zu tragen,
  • das Recht, Gefängnisarbeit zu verweigern,
  • das Recht, freie Verbindungen mit anderen Gefangenen aufzunehmen und Bildungs- und Freizeitveranstaltungen zu organisieren,
  • das Recht auf einen Besuch, einen Brief und ein Paket je Woche,
  • voller Straferlass der am Streik Beteiligten.

 

Am 27. Oktober 1980 begannen die Gefangenen der H-Blocks ihren ersten Hungerstreik. Nach 53 Tagen am 18. Dezember 1980 beendeten die Gefangenen den Streik wieder. Er konnte auf dem Verhandlungsweg gelöst werden.Die britische Regierung akzeptierte die Five Demands, die auf 30 Seiten festgehalten wurden und in Belfast übergeben wurden. Da jedoch nicht alle Forderungen erfüllt wurden folgte schon 1981 der zweite Hungerstreik.

Als im Januar 1981 die Gefängniswärter Gefängnisbekleidung verteilten wurden den Inhaftierten klar, dass ihre Forderungen nicht erfüllt wurden. Am 4. Februar 1981 gaben die Gefangenen ein Statement ab, dass die Regierung des Streit wieder aufleben lasse, weil sie das Tragen der eigenen Kleidung den Inhaftierten weiter verweigert. Anders als beim ersten Hungerstreik begannen nicht alle Gefangenen gleichzeitig, sondern gestaffelt um eine möglichst große Öffentlichkeitswirkung zu erzielen. Der Streik wurde am 3. Oktober um 3.15 Uhr für beendet erklärt. Am 6. Oktober wurde den Gefangenen das Recht auf das Tragen eigener Kleidung unwiderruflich gestattet. Nur eine der fünf Bedingungen wurde nicht erfüllt und zwar das Recht auf Verweigerung von Gefängnisarbeit. Nach einem Ausbruch von zahlreichen Gefangenen aus dem Maze Prison 1983 und einem Sabotageakt wurde die Gefangenenwerkstatt geschlossen und damit auch die fünfte Forderung erfüllt.

mahnmal mahnmal 2Quelle der Fotos: Wikipedia

 

Gewinnspiel

Nachdem ihr nun alle so viel Informationen bekommen habt und nun sicher das Buch auch lesen wollt, darf ich euch verraten, dass hier 5 Exemplare verlost werden.

Gewinn true crime

Beantwortet mir in den Kommentaren einfach folgende Frage:

Wie empfindet ihr die Haftbedingungen und die Streiks?

Teilnahmebedingungen:

  • Teilnahme am Gewinnspiel ab 18 Jahren, oder mit Erlaubnis des Erziehungs/Sorgeberechtigten
  • Bewerber erklären sich im Gewinnfall bereit, öffentlich genannt zu werden(Gewinnerpost) und das ihre Adresse dedem Verlag zwecks Gewinnversands übermittelt wird.
  • Keine Barauszahlung der Gewinne möglich
  • Keine Haftung für den Postversand
  • Versand der Gewinne innerhalb Deutschland – Österreich – Schweiz

 

Morgen wird schon ausgelost. Viel Glück 🙂

Permanentlink zu diesem Beitrag: http://design.claudis-gedankenwelt.de/blogtour-true-crime-themenbeitrag-gefaengnis-long-kesh-hungerstreik/

12 Kommentare

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  1. Spatzi79

    Mir fehlen die Vergleichsmöglichkeiten, aber das klingt ziemlich heftig und dass die Insassen bereit waren, ihre Forderungen durch einen Hungerstreik durchzusetzen, kann am sie nur für diese Konsequenz bewundern.

  2. Tilly Jones

    Guten Morgen Claudi!

    Sehr interessanter Beitrag! Das Gefängnis scheint ja wirklich grauenvoll zu sein und ich frage mich, wie man so einen Zustand über Jahre hinweg halten kann.
    Außerdem wollte ich gerne noch danke für diese tolle Blogtour sagen. Ihr habt euch alle wirklich viel Mühe gegeben und die Beiträge waren alle sehr informativ! Also: Danke! 😀
    Nun zu deiner Frage: Das ist wieder so eine, bei der man sich wohl zu weit aus dem Fenster lehnen sollte. Wahrscheinlich ist es besser gar keine Meinung zu haben.
    Aber … Gewalt an den Gefangenen, feuchte Matrazen, Angst und Terror sind keine Zustände und die sollten nirgends herrschen, egal ob es ein Gefängnis ist, mit lauter Schwerverbrechern oder nicht. Jeder hat Rechte und dass die Gefangenen ein Minimum davon durchzusetzen versuchen, finde ich in Ordnung. Dass sie dafür eine Gewaltfreie Variante gewählt haben, spricht für die Gefangenen. Natürlich muss man dabei auch beachten, dass die Wärter noch immer das sagen haben und sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen. Es sind nun mal Gefangene, sie haben etwwas begangen und müssen dafür nun ihre Strafe absitzen.
    Allerdings muss ich sagen, ein eiskalter Mörder, der vielleicht Kinder umgebracht hat, hat in meinen Augen kein Recht, seine eigene Kleidung tragen zu dürfen oder dass er die Arbeit verweigern darf.
    Aber wie gesagt, auch hier sind dass alles nur Mutmaßungen. Ich weiß nicht selbst, wie es in dem Gefängnis war. Es ist nur eine Äußerung in Bezug auf die Informationen aus deinem Beitrag und es kommt wahrscheinlich noch auf tausend andere Dinge an, bevor man sich da eine wirklich Meinung bilden kann.
    Die Bedinungen, die du uns zeigst, sind grauenvoll gewesen und die Streiks einfach eine Reaktion, die wahrscheinlich abzusehen war.

    LG
    Tilly

  3. Ute

    Guten Morgen,
    Ich weiß nicht ich finde Haftbedinungen meist zu Human.Da muss ich nicht hin und wen ich dahin komme hatte das einen Grund.
    Ich denke da ist der Grad sehr schmal um da wirklich Patei zu ergreifen.
    Wo bei matürlich Grundsäzzlichkeiten eingehalten werden sollten.
    Liebe Grüße
    Ute

  4. Susanne Matiaschek

    Huhu,
    Ein wirklich informativer Beitrag.
    Ich empfinde diese Haftbedingungen wirklich als grausam jnd menschenunwürdig. Ich bin sehr schockiert.
    Aber auch mir fehlen Vergleichsmöglichkeiten.
    Ich denke, Streik war nur eine logische Konsequenz. Ich kann demzufolge gut nachvollziehen.
    Es ist toll und informativ was ihr mit dieser Blogtour auf die Beine gestellt habt.
    Vielen Dank für die sehr informativen Beiträge.
    Jetzt hab ich wahnsinnig Lust auf dieses Buch bekommen.
    Lg Susi

  5. karin

    Hallo und guten Morgen,

    herzlichen Dank erst einmal für Deinen ausführlichen Bericht.
    Ich denke mir, jeder hat das Recht auf Streit egal wo er/es oder sie sich befindet. Denn auch im Gefängnis sollte es normal geregelt sein und nicht unmenschlich zu gehen, denn auch Verbrecher haben doch ein Recht auf menschenwürdige Lebensbedingungen.

    Und wie sollen sie, dann wieder möglicherweise zurück in die Gesellschaft kommen, wenn sie alle ihre Recht als Mensch plötzlich abtreten müssen.

    O.K. Gefängnis ist Ausnahmezustand, aber trotzdem muss und soll es Regel und Anstand, Menschlichkeit auch für diese Menschen geben.

    LG..Karin..

  6. Cappuccino-Mama

    Hallo Claudi,

    was soll man zu solchen Haftbedingungen sagen?! Klar, dass das (fast) schon Folter ist, Psychoterror, wenn man immer Angst vor neuen Schikanen haben muss. Nasse Matratzen,… stellen eine Gesundheitsgefahr da, und auch im Gefängnis gibt es ja eine Fürsorgepflicht.

    Gewalt erzeugt Gegengewalt. Dass die Forderungen nicht alle erfüllt wurden, dürfte klar sein: Voller Straferlass der am Streik beteiligten – da wäre eine Verlegung in ein anderes Gefängnis sicherlich sinnvoller gewesen. Eine bessere Überwachung der Haftbedingungen, wobei aber sicher viel gemauschelt worden wäre. Interessantes Thema auf jeden Fall…

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

    1. Cappuccino-Mama

      …ich denke, das mit dem Straferlass hatte ich falsch verstanden – vermutlich bezieht sich das nicht auf den Erlass der restlichen Zeit, die die Sträflinge absitzen mussten, sondern darauf, dass der Streik straffrei blieb.

      LG,
      Heidi

  7. SaBine K.

    Hallo,

    die Haftbedingungen von denen man hier lesen muss wirken auf mich sehr unmenschlich und somit kann man die Streiks nachvollziehen.

    Sehr interessante Themen die in dieser Blogtour behandelt wurden. Toll!

    LG
    SaBine

  8. Sabrina Bläsche

    Hallo,

    ein interessanter Beitrag heute wieder.

    Die Haftbedingungen find ich nicht in Ordnung, da diese unter aller Menschenwürde sind. Die Streiks empfinde ich als logische Schlussfolgerung der Inhaftierten um an dieser Sachlage was zu ändern.

    LG Sabrina

  9. Verena Julia

    Hallo Claudi,

    ich finde es ganz schlimm, wie mit Häftlingen umgegangen wird. Nicht nur dort, sondern auch anderwo. Auch die Wärter sind in meinen Augen Täter, die weggeschlossen gehören, denn sie haben Spaß daran die Häftlinge zu quälen. Und das ist einfach unmöglich und unmenschlich! Geht einfach mal gar nicht.
    Heidi schreibt das über mir schon ganz gut. Gewalt und Gegengewalt – wenn das nicht irgendwann unterbrochen wird, dann gibt es kein Ende und die Menschheit wird irgendwann untergehen, weil jeder jedem Gewalt antut und viele Menschen sterben werden.
    Ich hab sehr viel Respekt vor so einem Streik, ich könnte das nämlich nicht. Ob ich es für gut oder schlecht halte, weiß ich nicht. Wahrscheinlich sehen die meisten einfach keinen Ausweg mehr.
    Liebe Grüße, Verena.

  10. lesefreude

    Manche der beschriebenen Dinge (keine Toilette,…) finde ich nicht tragbar. Dennoch finde ich es nicht schlimm, wenn Gefängnisarbeit verrichtet werden muss. Schließlich muss ich als freier Mensch auch für meinen Unterhalt arbeiten, wieso also nicht auch im Gefängnis. Gefängnis soll ja auch kein Urlaub sein. Wie Ute schon sagte, hat es einen Grund wieso man dort hingegekommen ist. Man könnte sich auch einfach schon so verhalten, dass man gar nicht erst ins Gefängnis kommt.
    Auch das Tragen von Gefägniskleidung finde ich nicht so schlimm. Klar ist man eingeschränkte, aber auch hier gilt für mich wieder, dass man es ja auch irgendwie verdient hat.

  11. Mel-anie

    Hallo Claudia,
    die Haftbedingungen sind einfach unmenschlich. Ich glaube, es hat auch viel mit der damaligen Zeit (frühen 80er) zu tun. Die Streiks sind für mich nachvollziehbar. Viel ist den Häftlingen auch nicht geblieben sich zu währen.
    Grüße

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